Auf mobbing folgt Kündigung

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Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon boykott am 22.07.2009, 23:52

Auf Mobbing folgt Kündigung



Fahrradgeschäft CICLOPIA, Wien, 6. Bezirk, von außen eine hippe, schicke Fassade...

doch von innen sieht es anders aus:

- Schäbige Arbeitsverhältnisse
- Sexistische Grundhaltung im team
- ein Chef, der das Arbeitsrecht umgeht, wie es ihm passt
- Homophobe Äußerungen
- Mobbing gegen die dort arbeitenden Frauen


Nach einem halben Jahr des Mobbings ,werden die 2 Frauen aus der Werkstatt rausgeworfen.

Der Besitzer von Ciclopia, Michael Ferdiny, stellt vergangenen Winter, eine Lehrstelle als Fahrradmechanikerin in Aussicht und beschäftigt die Lehrlingsanwärterin ein halbes Jahr für 2,90 euro in der Stunde. Der ungelernte Praktikant gleichen Alters bekommt, für die gleichen Arbeitsaufgaben, 7,5 euro.
Selbstredend, dass er in der machistischen Werkstattstimmung, mehr Platz und Wissen zugesprochen bekommt, als seine Kolleginnen.
Michael Ferdiny beschäftigt weiters eine Mechanikerin, linkt sie beim Unterschreiben des Arbeitsvertrages und zahlt ihr weniger Lohn als ausgemacht.
Die Arbeit der beiden Frauen wird kontinuierlich abgewertet und sabotiert.
Von ihnen erledigte Arbeiten, werden im nachhinein manipuliert, um sie als unfähig dastehen zu lassen. Durch falsche Informationen über Teile, die KundInnen am Rad montiert haben möchten, werden ihnen bewusst Mehrarbeiten aufgehalst, lässt mann sie Arbeiten doppelt machen.
Der Chef will sich mit der Beschäftigung von zwei Frauen in der Werkstatt, als „modern und zeitgemäß“ geben, doch unternimmt er nichts effektives gegen das Mobbing und die sexistischen und homophoben Kommentare.
Im ganzen Laden herrscht eine sexistische Grundstimmung.
Über Kunden und Kundinnen werden homophobe Bemerkungen gemacht.
Rassistische und antisemitische Äußerungen gehören ebenfalls zum Teamgeist. Hier ein paar Beispiele aus dem Alltag:
- “Die Schwule kann nicht einmal Luft aufpumpen,”meint ein Mechaniker zum Anderen, der Andere zum Einen “na, weist eh, Lesben und Fahrräder”. Den Rest des Nachmittags kommentieren sie jedes Datail der Reperatur an einem Fahrrad, als Produkt der schlechten Wartung der Rades, durch die Besitzerin,weil sie eine Lesbe ist.
- “Na, wenn so einer mit einem Damenfahrrad ankommt, weist eh schon alles...” “ Häh?, Was?” Na, das er schwul ist.
- “Seit die ....... eine neuen Haarschnitt hat, sieht sie ja wieder aus, wie eine Frau”. Entgegnung:” .... hat immer ausgesehen wie eine Frau und eine schöne Frau ausserdem”. Darauf hin : “ na, das Urteil, wirst du ja wohl uns Männern überlassen müssen”.
- Im Allgemeinen herrscht auch die Ansicht, dass Frauen, als solche, keine Ahnung haben von Fahrrädern. “Frauen können keine Fahrräder reparieren”, wird wiederholt und betont.
- Über eine Schlosserin und eine Mechanikerin wird wiederholt betont, sie wären ja keine Frauen.
- Wie die Lehrlingsanwärterin “ihren Arsch in der Hose tragen würde”, ist “nuttig”, in den Augen der Mechaniker.
- Es regnet, die Sättel, der im Hof stehenden Reperaturräder werden mit Plastik abgedeckt. Ein Mechaniker:” na, mach auf den Sattel da nix drauf, dann wird die wenigstens auch mal nass zwischen den Beinen.”
- Über Frauen im Sport unterhalten sich ein stammkunde und ein Mechaniker prinzipiell, über “ die Weiber”.
- „Ich scheiss auf Political Correctness, sollen wir uns jetzt alle die Eier abschneiden, oder was“, brüllt ein Verkäufer, auf Kritik an den täglichen sexistischen Kommentaren im Laden.
- Ein Verkäufer, im Vorbeigehen an die Putzfrau, im Flüsterton: „Willst du Sex?“
- Die Lehrlingsanwärterin steht auf einer Leiter, um sie zu erschrecken, stösst ein erwachsener Mechaniker sie fast von der Leiter ,....”nur so zum Spass”...

und weitere Beispiele über die Gesinnung, der in der ciclopia Arbeitenden:

- „Sieg Heil!“ ruft ein Verkäufer mehrmals im Hof, als er ein Fahrrad aus der Werkstatt schiebt.
- “dass Südtirol Österreich ist, musst ja selbst du einsehen”, erklärt ein anderer.
- “Der .... ist geizig wie ein Jude”, gibt ein Mechaniker von sich.
- Ein anderer ist der Ansicht: “ das sind die Zigeuner, die Fahrräder fladern, dann machen sie die kaputt und sie schmeissen sie weg.”
- Ein Verkäufer:” Was soll denn rassistisch sein am Wort Neger? Man sagt ja auch “eine Schraube zernegern.””
- “Such schon die Bedienungsanleitung für den Russen, sonst hetzt er dir die Mafia an den Hals!” , fordert ein Mechaniker, nachdem ein Kunde die Gebrauchsanweisung für sein Neurad haben möchte.
usw...

Die beiden Frauen in der Werkstatt haben diese Bemerkungen nicht unkommentiert gelassen. Nach einen halbem Jahr wurden sie gekündigt, weil sie „zu anders sind“, weil sie „sich nicht ins Team integrieren“ können.
Der Zeitpunkt der Kündigung wurde so gewählt, das den beiden Frauen einer bzw vier Arbeitstage fehlten, um gegen die Kündigung rechtlich vorgehen zu können....

Wir, das Unterstützungskommitee für Mechanikerinnen raten, überlegt euch wo ihr einkauft und wen ihr damit unterstützt.

Wir fordern immer noch :
Gleichen Lohn für Frauen im gleichen Tätigkeitsbereich!
Lehrlingsplätze in mechanischen Berufen für Frauen!
Sexismusfreie Werkstätten!
Faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen für alle!
Und darüber hinaus:
Schluss mit der Ausbeutung überall!
Schluss mit der Willkür der Chefs!



Unterstützungskommitee für Mechanikerinnen
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon boykott am 23.07.2009, 22:52

Hier noch ein Flugblatt in pdf.
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon boykott am 23.07.2009, 22:57

und das selbe Flugblatt auf A4
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fleia2.pdf
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon antonov am 25.07.2009, 01:13

bin ich ja froh das ich die bude nicht kenne und auch nicht kennenlernen werde

zumindest nicht als kunde wenn es dort solche zustände gibt

bei mir wird bei dem flyer ausgerechnet der name von der bude nicht richtig angezeigt, ist vielleicht nur bei mir so, kann den leider nicht ausdrucken und schauen ob es dann auch so aussschaut

aber die hintergrundgrafik gefällt mir, sieht schon nach fahrraddemo aus

wann wie wo ?
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon Herbert am 26.07.2009, 12:16

Finde die Aktion unterstützenswert und denke, dass es wichtig ist gerade auch die Fassade von irgendwie alternativ daherkommenden Ausbeuterbuden anzukratzen.
Das was hier meiner Meinung nach fehlt, sind konkrete an das Unternehmen gerichtete Forderungen (die ja durchaus auch schwer bis unerfüllbar formuliert sein können). Forderungen wären bei größerem öffentlichen Druck ja durchaus zumindest teilweise durchsetzbar. Ich finde auch eine Racheaktion kann mit konkreten Forderungen im Sinne der unmittelbar Betroffenen verknüpft werden. Nachdem diese eine Wiedereinstellung ja wahrscheinlich nicht wollen, gäb´s ja dennoch viel anderes Vorstellbares. Z.B. 5000,- Abfindung plus öffentlicher Entschuldigung oder was auch immer... schließlich haben die Betroffenen ja auch ihre Einkommensquelle verloren.
Das würde, wenn es zumindest teilweise erfolgreich ist, auch andere Arbeiterinnen ermutigen sich zu wehren.
Herbert
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon Herbert am 26.07.2009, 15:30

...oder Abgeltung des Verdienstentgangs durch Niedrigstlohn (die Differenz von 2,90 auf 7,50/Stunde) für die Dauer der Anstellung... eine Frauenquote von 50% bei den MechanikerInnen und vertraglich zugesicherter Schutz gegen sexistische Angriffe (mit entsprechenden Sanktionsmöglichkeiten: Versetzung von Mechanikern z.B. zum Putzdienst, auf jeden fall weg von der Betroffenen)...?
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon Weutzi am 28.07.2009, 19:31

Ich finde es stark das hier jemand beschuldigt wird der sich nicht wehren kann (weil er womöglich gar nichts weiß davon), und auch gleich die Verurteilung stattfindet. Ohne wenn und aber!
Da fühlen sich zwei Frauen ungerecht behandelt, und sogleich ist ein Richter zur Stelle.
Kann man Unrecht (wenn er wirklich Schuld hat), mit Unrecht bekämpfen, Auge um Auge, Rache ist Süß? Sind wir da im Mittelalter stehengeblieben?
Warum kann man sich da nicht zuerst zusammen setzen und darüber diskutieren?

Ich gehe in das Rad Geschäft seit 18 Jahren ein und aus, habe teilweise Einblick was andere nicht sehen oder hören können/sollen. Mir ist in all der Zeit nicht einmal eine Spur der Diskriminierung oder Mobbing aufgefallen. Sonst würde ich mir ein anderes Geschäft suchen.

Ich arbeite in einem großen Gemeindebetrieb wo wir gerade die ersten LKW Fahrerinnen bekommen. Eines Vorweg: Die Frauen tun mir jetzt schon Leid. Die müssen eine dicke Haut haben und einiges vertragen, sonst müssen sie täglich das Mobbing Telefon verwenden. Das da die normale Umgangssprache etwas härter ist als so mancher es gewohnt ist, ist völlig normal. Auch ich bin ein wenig Sensibel und vertrage nicht alles. Aber wenn eine Frau bei uns anfängt dann muss sie mit einer härteren Tonart schon rechnen, ohne dass es je wer bös meint. Frauen reden ja auch untereinander anders als mit uns Männern. Auch völlig normal und OK.
So mancher Praktikant hat bei uns schon das Handtuch geworfen, aber meist wegen der schweren Arbeit, nicht wegen dem Spruch was so läuft.

Und dem Michi für alles verantwortlich zu machen was Kunden und Mechaniker reden finde ich weit übertrieben. Wenn er gar nicht im Geschäft ist auch noch.

Warum haben sie keine Aufzeichnungen gemacht über die Ungerechtigkeiten? Mit Handy, Kamera usw…Was ist mit Zeugen wie z.B. die Reinigungskraft, Kunden, usw…In einem halben Jahr habe ich so viel Beweismaterial zusammen getragen das die Arbeiterkammer damit schon viel Druck machen kann, auch vor Gericht.

Ich kann gut verstehen was sich tut wenn man rausgeschmissen wird. Auch ich wurde nach der Lehre gefeuert, zu Recht muss ich heute sagen. Damals brach eine Welt für mich zusammen. Heute bin ich froh über den Rausschmiss. Aber so ist es im Leben: Eine Tür schließt sich, die andere geht auf, eine neue Chance,….

Die Argumente lesen sich sicher nicht schön, schon gar nicht mit den Anschuldigungen. Aber den Betrieb möchte ich sehen wo kein Schmäh lauft, das andere Leute diesen falsch verstehen können ist natürlich nicht ausgeschlossen. Ich finde es kommt darauf an ob man es bösartig sagt und meint oder nicht.

Auch ich wurde von meinen Chef und Gesellen von der Leiter gestoßen, Spaß halber wohl gemerkt. Natürlich habe ich das auch bei meinen Lehrbuben gemacht als ich ausgelernt war. Passieren darf halt nichts, das ist klar.

Schön wäre es wenn man sich an einem Tisch setzen kann und darüber reden und/oder streiten kann. Mit dem Michi kann man über alles reden, da bin ich mir sicher.
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon Herbert am 29.07.2009, 23:27

Da fühlen sich zwei Frauen ungerecht behandelt, und sogleich ist ein Richter zur Stelle.
welchen "Richter" meinst du? Judge Dredd? So wie ich das sehe, versuchen sich die Betroffenen gerade selbst zu wehren, und keine höhere "Macht" hilft ihnen dabei.
Dass sie es sich offenbar so lange einiges gefallen haben lassen (z.B. den geringen Lohn für eine wage Versprechung) find ich auch nicht gut, aber das dürfte ja nicht wirklich dein Problem sein. Dich stört ja offensichtlich, dass sie es jetzt nicht mehr auf sich sitzen lassen wollen! Also lass diese vorgeschobenen Scheinargumente.
Dass wo anderes Frauen gleich schlecht oder möglicherweise noch schlechter behandelt werden, und dass es leider Unsitte in diesem Land ist, dass sich Arbeiter und Arbeiterinnen viel zu viel gefallen lassen, dass ist nun wirklich nicht die Schuld der Beiden. Besser spät wehren als gar nicht.

Wenn dir allerdings wirklich so viel an der Gerechtigkeit liegt, dann finde ich es komisch, dass du offenbar den Eindruck erwecken willst, dass die beiden vielleicht nicht besonders glaubwürdig seien, was auch eine Vorverurteilung ist, und noch dazu eine ziemlich miese. "Opfer-Täter-Umkehr" nenn ich das.
Eine "gerechter" Tausch zwischen Arbeit"geber" und Arbeit"nehmer" findet im Kapitalismus nie statt. Und auch wenn "der Michi" privat auch noch so ein netter Kerl ist, dann ist es in jedem Fall eine Frechheit, Leute für 2,90 für sich arbeiten zu lassen.

Dass Leute sich allerlei gefallen lassen (müssen) um einen Job zu bekommen/zu behalten ist kein Argument dafür, dass sie sich auch weiterhin alles gefallen lassen werden und sich damit abfinden was ihnen passiert ist - im Gegenteil, damit muß irgendwann mal Schluss sein.
Herbert
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon Herbert am 29.07.2009, 23:34

...und zwischen "Schmäh-Führen" und "sexistisches Oaschloch-Sein" gibts a an Unterschied, oder ist das das selbe für dich?
Herbert
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon Weutzi am 30.07.2009, 21:12

Das ist ganz und gar nicht dasselbe und gehört auch bestraft, eh klar. Nur wo fängt der Schmäh an und wo hört er auf?
Für mich hört er dann auf wenn dem anderen nicht mehr zum lachen ist.
Das erkennt man, das spürt man. Und da fängt bei mir Mobbing an

Wenn du von Abfindung sprichst usw. spielst du für mich den Richter (ohne dass sich der Beschuldigte verteidigen kann). Und das ist sicher nicht fair! Für den Beschuldigten besteht ja nach unserem Recht die Unschuldsvermutung. Oder etwa nicht?

Und warum wurde von den Beschuldigungen keine Aufzeichnungen gemacht, Kunden, Verkäufer, Freunde als Zeugen gewonnen??? War in den halben Jahr keine Zeit dazu??? Was ist mit Handy Aufnahmen, Fotos, Filme, Tonaufnahmen, da hätten die zwei Frauen bei der AK jetzt leichtes Spiel mit aussagekräftigem Material.

Wenn mir der Lohn irgendwo zu niedrig ist dann bleiben mir zwei Möglichkeiten. Entweder ich finde es OK und ich arbeite mich hinauf, oder ich fange gar nicht an und such mir was anderes.

Wenn du von Vorverurteilung schreibst, wenn meinst du da? Dich selber?

Du musst mich auch verstehen. Kannst du dir vorstellen dass du nach 18 Jahren jemanden gut kennst? Ich schon. Da müsste ich mich schon sehr irren.

Hast du Gaffy gekannt? Warum war sie so lange bei Ciclopia? Nun wenn bei ihr jemand blöd gekommen ist, hat es der nicht besonders leicht gehabt. Sie hat sich in der Männerwelt durchgesetzt was sicher nicht jeder Frau liegt und auch machen soll.

Ich bin auch nicht übermäßig mit einer harten Schale ausgestattet. Muss mich auch jeden Tag ein klein wenig Schmäh(mobbing) über mich ergehen lassen weil ich anders lebe als andere. Besonders bei den Arbeitskollegen ist es manchmal schwer. Weil ich Rad fahre, BIO esse, Umweltfreundlich lebe, usw….viele verstehen das nicht. Aber da muss ich halt durch.

Nun ich glaube nicht dass bei der Ciclopia gemobbt worden ist, oder sonst irgendwie etwas Diskriminierendes an der Tagesordnung gewesen ist.
Wohl aber glaube ich dass die zwei furchtbar enttäuscht wurden, und jetzt jedes Detail suchen um Michi fertig zu machen.

Diskriminierung wird es immer geben, ganz egal in welchen Bereich. Es wird zwar immer besser, aber gleichzeitig steigt auch das Level an, ab wann es ungut wird. Den einen ist es völlig egal, der andere schreit schon wenn man ihn nur anzwinkert.
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon Birgit am 31.07.2009, 23:55

Solidarität und Widerstand ist wichtig, manchmal Infos auch.

Offener Brief des Teams Ciclopia an H.

Liebe H.

Ich und das Team in der Ciclopia haben lange überlegt, wie wir auf deine haltlosen Vorwürfe reagieren sollten. Dich anzuzeigen, kam für uns nicht infrage, eine Stellungnahme aller Fakten abzugeben, hätte auch bedeutet, viel persönliches, auch von dir und deinen Schwächen festzuhalten. So haben wir uns jetzt entschlossen, einen offenen Brief zu schreiben, offen weil deine Vorwürfe öffentlich und unfair sind, sich gegen Einzelpersonen, das gesamte Team und gegen Ciclopia richtet, die auch du seit nunmehr 15 Jahren immer wieder durch Besuche, konkrete Projekte und Unterstützung begleitest, abgesehen davon, dass uns eine jahrelange Freundschaft verbindet.

Dass dich deine Kündigung kränkt ist verständlich. Dass du Persönliches zu einem Politikum machst, dich hinter einem anonymen Unterstützungskomitee versteckst, politisch zwar wichtige Forderungen aufstellst aber gleichzeitig die staatliche Hilfe durch Anzeigen bei der Finanz, den Behörden in Anspruch nimmst ist eigenartig. Du hast erreicht, dass M., ein Kollege aus dem Osten (und wie du weißt, nicht der erste) nicht mehr bei uns aushelfen kann und wieder in den Untergrund verschwinden musste. Du hast erreicht, dass R.s Pension , die bei uns in der Buchhaltung aushilft, überprüft wird. Du hast uns, und ich sage uns alle, mit Antisemitismus in Verbindung gebracht und dass trifft mich mit meinen jüdischen Wurzeln besonders. Du hast einen von uns beschuldigt, B., die seit 10 Jahren bei uns die Räume reinigt und für uns alle kocht, sie sexistisch angegriffen zu haben. Wir haben sie gefragt, ob es stimmt und sie meint: „nein, ich bin zwar Putzfrau aber nicht blöd, warum hat sie mich (du bist gemeint) nicht darauf angesprochen und schreibt es jetzt auf einem Papier für alle?“

Mobbing? Nein, H. Du weißt, wir haben dir eine Chance gegeben, obwohl einige von uns Bedenken hatten, weil sie deine Arbeitsweise durch die Aushilfen kannten. Du weißt genau, dass du mehr verdient hast, als der Durchschnittslohn von gelernten FahrradmechanikerInnen in Wien. Du weißt auch, dass U., unsere „männlichen“ Aushilfe viel weniger verdient. Und wir haben es ein halbes Jahr mit dir versucht. Sorry, aber es ging nicht, weder von deiner Lernbereitschaft, deinem Können, noch von deinem Teamgeist her. Wir hatten alle Schwierigkeiten, mit dir zusammenzuarbeiten.

Warum du K., die Volontaire mit hineinziehst oder diese dies mitträgt (wir haben hier widersprüchliche Aussagen, deshalb richtet sich der Brief an dich) ist uns unklar. Du weißt, wir können keine Lehrlinge und PraktikantInnen zur Zeit aufnehmen und K. wollte es sich dennoch anschauen, ob „das Radl“ ihres ist und mehr als ein Praktikumsgeld konnten wir ihr dafür nicht zahlen.

Dein Homophobie-Vorwurf ist ebenfalls unfair. Du weißt genau, dass sexuelle Orientierungen bei uns überhaupt keine Rolle spielen. Was stimmt ist, dass es einen Kollegen gibt, der immer wieder Macho-Sprüche klopft und von den anderen zurecht gewiesen wird und dies war auch Thema bei der gemeinsamen Supervision. Und ja, es gibt auch einen anderen Kollegen, der von sich aus sagt, dass er nicht „alternativ oder anarchistisch“ sozialisiert wurde und dem schlichtweg blöde Sager rausrutschen und er erst danach reflektiert.

Ehrlicherweise müssen wir zugeben, dass wir von dir nicht nur enttäuscht sind, sondern auch über deine Versuche verärgert sind, nicht nur den Ruf von Ciclopia zu zerstören, sondern dass du Einzelne mit reinziehst und aus deinem persönlichen Frust ein politischer Kampf mit unsauberen Mitteln wird. Wir hoffen sehr, dass du damit aufhörst. Ich als Michi kann dir nur ein weiteres persönliches Gespräch anbieten.


Dennoch wünschen wir dir alles Gute für deine Zukunft

Michi und alle vom Team Ciclopia
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon Herbert am 01.08.2009, 10:58

Wenn du von Abfindung sprichst usw. spielst du für mich den Richter (ohne dass sich der Beschuldigte verteidigen kann). Und das ist sicher nicht fair! Für den Beschuldigten besteht ja nach unserem Recht die Unschuldsvermutung. Oder etwa nicht?


Du hast den Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden, ich bin nicht der Richter! Ich habe hier gar nichts zu entscheiden, wer wieviel Abfindung bekommt oder nicht. Ich habe den Betroffenen einen Vorschlag gemacht, was sie fordern sollten und ich fände es auch besser das mit ihnen selbst zu diskutieren als mit der "anderen" Seite (offenbar hatte es aber auch eine provozierende Wirkung hier das Thema Geld ins Spiel zu bringen - aber ich meine halt dass es beim Arbeiten in erster Linie ums Geld geht).
Das Forum hat nun mal grundsätzlich den Zweck die Seite der ArbeiterInnen einzunehmen, ob dir das nun gerecht erscheint oder nicht. Ich halte nämlich Ausbeutung für die große Ungerechtigkeit: Dass Leute für den Profit anderer arbeiten müssen, ob diese nun gute oder schlechte Menschen sind. Und das ist und bleibt auch der Widerspruch in den meisten "alternativ" anmutenden und auf "Teamgeist" aufgebauten Betrieben, was sich oft beide Seiten - Chefs und ArbeiterInnen - nicht eingestehen wollen. Gerade hier wird sehr viel hingenommen (Praktikumsgehälter, informelle Arbeitsverhältnisse etc) sodass diese Betriebe eine Vorreiterrolle in Puncto Präkariserung einnehmen.

Auf die konkreten Vorwürfe wer was zu wem gesagt oder gemacht hat und wie´s gemeint war kann ich nichts sagen, war nicht dabei. Fände aber schlecht, wenn sich hier nur der Chef und seine FreundInnen zu Wort melden; das sind halt - mit Verlaub - in so einer Situation nicht die vertrauenswürdigsten Quellen. Wenn´s ums Knedl geht wird, dass ist die Erfahrung mit solchen "Internet-Arbeitskämpfen", jede Schublade aufgemacht wenn´s der Unternehmerseite nützt. Da gehts um Reputation: eine kleine Gerechtigkeit in einem sonst ungerechten System, dass die Unternehmerseite hier auch ein wenig verwundbar ist.
Ich gehe davon aus, dass die Betroffene(n) die Vorwürfe nicht einfach erfinden und für mich wirkt es sehr so als würde hier versucht, die Glaubwürdigkeit der Betroffenen generell zu untergraben um die Sache vom Tisch zu wischen. Dass die Dinge subjektiv immer anders aussehen und dass das gerade der Chef das ganz anders sieht als die Gekündigte ist wohl logisch.

Wenn mir der Lohn irgendwo zu niedrig ist dann bleiben mir zwei Möglichkeiten. Entweder ich finde es OK und ich arbeite mich hinauf, oder ich fange gar nicht an und such mir was anderes.

Ich wünsche dir nicht in Zeiten wie diesen arbeitslos zu werden!
Herbert
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon bsbmst am 01.08.2009, 14:44

Lieber Weutzi,
ich frag mich schon warum Leute sich so etwas antun sollen, wenn es ihnen nicht wirklich reicht. Wenn ich so über meine diversen Beschäftigungen nachdenke, waren einige Chefs nette Mensche, teilweise richtig sympathisch, als Privatpersonen. Wenn es dann aber um Lohnerhöhungen, Überstunden und dergleichen ging (wenn auch nur um den minimalen gesetzlichen Normen zu entsprechen), so sah es gleich ganz anders aus. Da hast nicht mehr mit denen vernüftig reden können und sie waren die ersten die mit Gericht gedroht haben. Ich kann es mir schwer vorstellen das Menschen sich den ganzen Terz antunen, nur weil sie ein "gekänktes Ego" haben. Die Vermutung liegt sehr nahe und ist sicherlich auch die wahrscheinlichste Erklärung, dass dort sicher einiges im Argen liegt.

"Wenn du von Abfindung sprichst usw. spielst du für mich den Richter (ohne dass sich der Beschuldigte verteidigen kann). Und das ist sicher nicht fair! Für den Beschuldigten besteht ja nach unserem Recht die Unschuldsvermutung. Oder etwa nicht?"


Wieso spielt man da den Richter? Ausserdem handhaben es einige RichterInnen am Arbeitsgericht aus guten Gründen heraus eher so: im Zweifel für den/die ArbeiterInn. Und es gibt sicher genug ArbeiterInnen die Aufgrund ihrer eigenen Erfahrung, was auch nur fair ist, wenn man die ganzen Schweineren bedenkt, welche die Bosse vor den Gerichten aufführen: Im Zweifel immer gegen die Arbeitgeber!, sich daran halten bzw. halten sollten.
Damit kann man fast nicht falsch liegen.


Wenn mir der Lohn irgendwo zu niedrig ist dann bleiben mir zwei Möglichkeiten. Entweder ich finde es OK und ich arbeite mich hinauf, oder ich fange gar nicht an und such mir was anderes.


Das ist super! In deiner Sitaution würd ich echt gern sein. Den Luxus zu haben einfach so den Job zu kündigen und dann 4 Wochen keine Arbeitslose zu kassieren. Ist wirklich kein Problem. Naja man muss eben nur mal das Aktienportfolio auflösen, ein bis zwei Imobilien verschachern und dann geht das schon. Oder wie stellst du dier das vor?
Übrigens ist das auch von vielen Arbeiterkammer Menschen ein beliebtes Argument. Ich zitierte aus dem Kopf: "Naja, wir können schon einen Brief schreiben das sie mit soviel unbezahlten Überstunden und den Arbeitsbedingungen unzufrieden sind, ich glaub aber nicht, dass des viel bringen wird. Aber sie können ja eh immer noch kündigen." (AK-Graz, 2003)
Da glaube ich braucht man nichts weiter dazu sagen.
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon Frau Petra am 02.08.2009, 21:58

Liebe Leute!

Irgendwas läuft hier falsch! Ich kenne den Chef persönlich und als quasi Angestellte, meine Mutter arbeitet auch für ihn und ich habe aus drei Perspektiven ausschließlich positive Erfahrungen mit ihm gemacht, auch die Initiatorin der Hetzkampagne kenne ich aus Schulzeiten und ich bin entsetzt über ihre Anschuldigungen. Was genau läuft denn hier ab? Haltlose Schmutzkübelkampagnen dieser Art bin ich nur aus der Kronenzeitung gewohnt, hat sich irgendwer von der Redaktion die Mühe gemacht die andere Seite zu recherchieren? Und: H. was geht eigentlich mit dir? Seit wann trägst du Konflikte, egal welcher Art, auf solch niedrigem Niveau aus, noch dazu auf dem Rücken und zum Nachteil von Unbeteiligten? Wann genau hat dich dein Rückgrad verlassen?

Petra
(enttäuscht)
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Re: Auf mobbing folgt Kündigung

Neuer Beitragvon renate am 03.08.2009, 06:22

Ich bin langjährige Kundin bei Ciclopia, bin oft anwesend, weil ich einerseits mit Michi befreudet bin und mich auch sonst bei Ciclopia sehr wohl fühle. Glaubt wer von Euch ernsthaft, ich würde das in einem Laden tun, der so agiert wie H. verbreitet???
Sag H., was versprichst Du Dir von Deinem persönlichem Rachefeldzug??? Ich hab Dich bis jetzt als politisch korrekt kennengelernt und wir waren auch öfters bei denselben Aktionen; aber das, was Du hier tust, versteh ich echt nicht.
Anzeigen beim Finanzamt wegen Schwarzzahlungen zu machen find ich sowas von tief!!
Renate
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