Auf Mobbing folgt Kündigung
Fahrradgeschäft CICLOPIA, Wien, 6. Bezirk, von außen eine hippe, schicke Fassade...
doch von innen sieht es anders aus:
- Schäbige Arbeitsverhältnisse
- Sexistische Grundhaltung im team
- ein Chef, der das Arbeitsrecht umgeht, wie es ihm passt
- Homophobe Äußerungen
- Mobbing gegen die dort arbeitenden Frauen
Nach einem halben Jahr des Mobbings ,werden die 2 Frauen aus der Werkstatt rausgeworfen.
Der Besitzer von Ciclopia, Michael Ferdiny, stellt vergangenen Winter, eine Lehrstelle als Fahrradmechanikerin in Aussicht und beschäftigt die Lehrlingsanwärterin ein halbes Jahr für 2,90 euro in der Stunde. Der ungelernte Praktikant gleichen Alters bekommt, für die gleichen Arbeitsaufgaben, 7,5 euro.
Selbstredend, dass er in der machistischen Werkstattstimmung, mehr Platz und Wissen zugesprochen bekommt, als seine Kolleginnen.
Michael Ferdiny beschäftigt weiters eine Mechanikerin, linkt sie beim Unterschreiben des Arbeitsvertrages und zahlt ihr weniger Lohn als ausgemacht.
Die Arbeit der beiden Frauen wird kontinuierlich abgewertet und sabotiert.
Von ihnen erledigte Arbeiten, werden im nachhinein manipuliert, um sie als unfähig dastehen zu lassen. Durch falsche Informationen über Teile, die KundInnen am Rad montiert haben möchten, werden ihnen bewusst Mehrarbeiten aufgehalst, lässt mann sie Arbeiten doppelt machen.
Der Chef will sich mit der Beschäftigung von zwei Frauen in der Werkstatt, als „modern und zeitgemäß“ geben, doch unternimmt er nichts effektives gegen das Mobbing und die sexistischen und homophoben Kommentare.
Im ganzen Laden herrscht eine sexistische Grundstimmung.
Über Kunden und Kundinnen werden homophobe Bemerkungen gemacht.
Rassistische und antisemitische Äußerungen gehören ebenfalls zum Teamgeist. Hier ein paar Beispiele aus dem Alltag:
- “Die Schwule kann nicht einmal Luft aufpumpen,”meint ein Mechaniker zum Anderen, der Andere zum Einen “na, weist eh, Lesben und Fahrräder”. Den Rest des Nachmittags kommentieren sie jedes Datail der Reperatur an einem Fahrrad, als Produkt der schlechten Wartung der Rades, durch die Besitzerin,weil sie eine Lesbe ist.
- “Na, wenn so einer mit einem Damenfahrrad ankommt, weist eh schon alles...” “ Häh?, Was?” Na, das er schwul ist.
- “Seit die ....... eine neuen Haarschnitt hat, sieht sie ja wieder aus, wie eine Frau”. Entgegnung:” .... hat immer ausgesehen wie eine Frau und eine schöne Frau ausserdem”. Darauf hin : “ na, das Urteil, wirst du ja wohl uns Männern überlassen müssen”.
- Im Allgemeinen herrscht auch die Ansicht, dass Frauen, als solche, keine Ahnung haben von Fahrrädern. “Frauen können keine Fahrräder reparieren”, wird wiederholt und betont.
- Über eine Schlosserin und eine Mechanikerin wird wiederholt betont, sie wären ja keine Frauen.
- Wie die Lehrlingsanwärterin “ihren Arsch in der Hose tragen würde”, ist “nuttig”, in den Augen der Mechaniker.
- Es regnet, die Sättel, der im Hof stehenden Reperaturräder werden mit Plastik abgedeckt. Ein Mechaniker:” na, mach auf den Sattel da nix drauf, dann wird die wenigstens auch mal nass zwischen den Beinen.”
- Über Frauen im Sport unterhalten sich ein stammkunde und ein Mechaniker prinzipiell, über “ die Weiber”.
- „Ich scheiss auf Political Correctness, sollen wir uns jetzt alle die Eier abschneiden, oder was“, brüllt ein Verkäufer, auf Kritik an den täglichen sexistischen Kommentaren im Laden.
- Ein Verkäufer, im Vorbeigehen an die Putzfrau, im Flüsterton: „Willst du Sex?“
- Die Lehrlingsanwärterin steht auf einer Leiter, um sie zu erschrecken, stösst ein erwachsener Mechaniker sie fast von der Leiter ,....”nur so zum Spass”...
und weitere Beispiele über die Gesinnung, der in der ciclopia Arbeitenden:
- „Sieg Heil!“ ruft ein Verkäufer mehrmals im Hof, als er ein Fahrrad aus der Werkstatt schiebt.
- “dass Südtirol Österreich ist, musst ja selbst du einsehen”, erklärt ein anderer.
- “Der .... ist geizig wie ein Jude”, gibt ein Mechaniker von sich.
- Ein anderer ist der Ansicht: “ das sind die Zigeuner, die Fahrräder fladern, dann machen sie die kaputt und sie schmeissen sie weg.”
- Ein Verkäufer:” Was soll denn rassistisch sein am Wort Neger? Man sagt ja auch “eine Schraube zernegern.””
- “Such schon die Bedienungsanleitung für den Russen, sonst hetzt er dir die Mafia an den Hals!” , fordert ein Mechaniker, nachdem ein Kunde die Gebrauchsanweisung für sein Neurad haben möchte.
usw...
Die beiden Frauen in der Werkstatt haben diese Bemerkungen nicht unkommentiert gelassen. Nach einen halbem Jahr wurden sie gekündigt, weil sie „zu anders sind“, weil sie „sich nicht ins Team integrieren“ können.
Der Zeitpunkt der Kündigung wurde so gewählt, das den beiden Frauen einer bzw vier Arbeitstage fehlten, um gegen die Kündigung rechtlich vorgehen zu können....
Wir, das Unterstützungskommitee für Mechanikerinnen raten, überlegt euch wo ihr einkauft und wen ihr damit unterstützt.
Wir fordern immer noch :
Gleichen Lohn für Frauen im gleichen Tätigkeitsbereich!
Lehrlingsplätze in mechanischen Berufen für Frauen!
Sexismusfreie Werkstätten!
Faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen für alle!
Und darüber hinaus:
Schluss mit der Ausbeutung überall!
Schluss mit der Willkür der Chefs!
Unterstützungskommitee für Mechanikerinnen
