von boykott am 05.08.2009, 01:07
Auf mobbing folgt Kündigung und öffentliche Diffamierung
Stellungnahme des Unterstützungkomitees für Mechanikerinnen
Nachdem wir auf diesem Forum von verschiedenen Seiten Unterstützung erfahren haben, möchten wir uns erstmal für die solidarischen Postings bedanken.
Wir wollen uns auch bei allen bedanken, die den zwei Frauen persönliche und politische Unterstützung Teil haben lassen; denn richtig, es ist nicht wünschenswert heutzutage arbeitslos zu sein.
Als Frau in einer Männerdomaine, wie es die Mechanik ist, Arbeit zu suchen, ist sowieso nie ein Spass und welche zu finden die Ausnahme. Ja es braucht oftmals eine dicke Haut, um in einem von Männern dominierten Betrieb, als Frau zu arbeiten. Es lastet ein unglaublich höherer Erfolgs - und Leistungsdruck auf Frauen in der Arbeit. Neben den alltäglichen Strapazen der Lohnarbeit sind Frauen oft Vorverurteilungen, kraftraubenden Schikanen, Intrigen, Sabotagen ausgesetzt.
Frauen als, zB Mechnikerinnen zu beschäftigen, mit einer anderen Absicht, als sie zu “Dekoration” des Firmenimage zu missbrauchen und zu dieser Entscheidung auch gegenüber fünf sexistischen, homophoben, antisemitischen, rassistischen Angestellten, zu stehen, braucht einiges Stehvermögen, das nicht alle Chefs haben.
Die gute Absicht allein reicht nicht. Politisch bewusste Frauen mit chauvinistischen Kollegen in einer Werkstatt arbeiten zu lassen birgt Konfliktpotenzial. Wie mit diesen Konflikten umgegangen wird und welche Personalentscheidungen daraufhin getroffen werden sind politische Handlungen. Ganz egal was für ein netter, sympatischer Typ der Chef ist.
Es ändert nichts daran, dass eine Frau, ein halbes Jahr, mit Versprechungen, auf eine Lehrstelle in der ciclopia ausgebeutet wurde. Es sind keine guten Erfahrungen, von einem Chef, den Eine 16 Jahre lang kennt, beim Unterschreiben des Arbeitsvertrages, über den Tisch gezogen zu werden oder als Lehrlingsanwärterin, einen Arbeitsvertrag als Werkstättenhilfe zu unterschreiben, der dann mysteriöserweise verschwindet und dann auch noch als willenslose Voluntaire dargestellt zu werden, die in irgendetwas hineingezogen wird.
Auch junge Menschen wissen was sie tun und können selbstständig denken und handeln.
Es gibt keinen Grund Lehrlinge oder andere junge, schlecht bezahlte Angestellte zur “Erheiterung des Betriebsklimas, oder des Teamgeists”, zu schikanieren, lächerlich zu machen und auszubeuten.
Wir sind gegen jede Form der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen!
Wenn andere das selbstverständlich finden, wenn sie fordern, dass Frauen über sexistische Schmähs lachen müssen, können wir sie nicht weiter ernst nehmen.
Die Strategie, die ein Vorteilskunde und Herr Ferdiny = team ciclopia bedienen, Frauen die sich gegen die sexistischen, homophoben Zustände äussern, als unglaubwürdig hinzustellen, ist nicht neu, sondern der frauenverachtende Versuch, den ehemaligen Beschäftigten, das politische Denken, und Handeln, zu unterbinden.
Dass in der ciclopia die Frauen gemobbt wurden, wusste Herrn Ferdiny, da er mehrfach von ihnen darauf hingewiesen wurde. Er sagt es auch ganz klar auf einer Tonaufzeichnung, die allerdings gerichtlich keinen Wert hat, da sie nicht im Vorhinein angekündigt wurde.
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Mobbing ist kein gerichtlich verfolgbares Delikt, Mobbing ist patriarchaler Normalzustand, auch in der ciclopia.
Die zwei Frauen und ihre UnterstützerInnen hätten echt lieber anderes zu tun, als sich mit diesen Zuständen auseinander zu setzten.
Sie sehen es aber als ihre politische Verantwortung, darauf hinzuweisen, weil sie sich nicht wie andere Poster in diesem Forum, damit abfinden wollen, dass Sexismus, Ausbeutung und Diskriminierung im Arbeitsalltag halt dazu gehören und hinzunehmen ist.
Die Dinge müssen nicht bleiben wie sie sind!
Den Vorschlag, der den ehemaligen Beschäftigten in dem offenen Brief erstmals “angeboten” wird, mit dem Herrn Ferdiny, persönlich alles zu klären, können sie nicht annehmen. Sie haben keine Lust sich anbrüllen zu lassen, sie haben keine Lust sich seine, zum Zweck der Kündigung zusammengeschusterte Version der Dinge, über die Lernbereitschaft, die Teamfähigkeit und des handwerklichen Könnens, der zwei nochmal anzuhören.
Denn diese Vorwürfe, sie würden schlecht arbeiten, sie könnten sich nicht integrieren ins team und sie seien zu anders erwähnte der Herr Ferdiny zum ersten mal beim Kündigungsgespräch, bzw bei der Abrechnung.
Es gab mehrere Gespräche der zwei Frauen mit dem Chef, in denen er auf das mobbing, die Sabotage an der Arbeit der Frauen, die antisemitischen, rassistischen Kommentare der drei Mechaniker und zwei Verkäufer angesprochen wurde. Er antwortete beschwichtigend, riet die Männer nicht ernst zu nehmen, erklärte, er halte manche Kommentare selbst nicht aus und er werde mit ihnen Reden.
Es gab auch einen halbherzigen Versuch des Chefs, seine Beschäftigten, auf ihre sexistischen Kommentare anzusprechen, in Zuge dessen auch ein Verkäufer über politische correctness herzog und dannach, den Rest des Tages, in der Werkstatt die Frauen ignoriert wurden und sich die Mechaniker über den Chef ausgekotzt haben.
Wir sind nicht der Ansicht, dass mensch mit Herrn Ferdiny, alles besprechen kann. Die eine ehemalige Beschäftigte kannte den Hernn Ferdiny tatsächlich schon lange.
Bei ihrer Einstellung dachte sie noch, sie hätte es mit einem Menschen, nicht mit einem Chef zu tun.
Sie vermutete nicht, dass der Herr Ferdiny dazu in der Lage wäre ihr 9,75 die Stunde, netto, angestellt zu versprechen. Sich dann zwei Monate lang bitten lässt, den Arbeitsvertrag zu unterschreiben Als er dann den Vertrag auf den Tisch legt, nachdem sie unterschrieben hat, Kaffee darüberschüttet, einen Vertrag nochmals ausdrucken geht, dannach den Vertrag unterschreibt und sie im Endeffekt einen Vertrag für 6,1euro die Stunde in Händen hält. Der Rest würde schwarz ausbezahlt, wird ihr vom Chef versichert, aber nicht gemacht.
Die andere kannte ihn nicht, ging aber auch nicht davon aus, dass Michael Ferdiny, nicht nur ihr gegenüber behauptete, er würde kommenden September eine Lehrstelle als FahrradmechnikerIn einrichten. Ihr verspricht, sie könne einstweilen bis September schon, als Werkstättenhilfe im Betrieb lernen und arbeiten und deswegen nur einen so geringen Lohn auszahlt. Sie dann mit einer Gruppe pädagogisch völlig unbedarfter, sexistischer Mechaniker in der Werkstatt konfrontiert, um sie nach einem halben Jahr zu entlassen.
Es geht hier nicht darum, wie nett Herr Ferdiny von außen rüberkommt, sondern um die Einhaltung von Arbeitsabkommen und Arbeitsrechten, egal ob der Chef das Wort einer Frau oder wem anderen gegeben hat.
Es geht hier nicht um selbsternannte Richter, genauso wenig, wie es um Kränkungen der ehemaligen Angestellten geht, sondern, um Ausbeutung, Sexismus im Alltag, gelebte Homophobie, antisemitische und rassistische Grundhaltungen in einer Wiener Firma, bzw in der Werkstatt derselben.
Die zwei Frauen wurden nicht von allen in der Firma Beschäftigten gemobbt. Nicht alle Beschäftigten teilen die Ansichten der drei Mechaniker und der zwei Verkäufer.
Solidarisch verhalten hat sich aber niemand, als sie auf Grund des Mobbings gekündigt wurden.
Warum fordern die zwei Frauen keine Abfertigung?
Sie fordern noch immer, den ihnen für Juli zustehenden, offiziellen Lohn, die Urlaubsabfindung und die Auszahlung der Überstunden! Sowie einen Lohnausgleich für die Lohndifferenzen zwischen Praktikant und Praktikantin/ Werkstattgehilfin und Werkstattgehilfen!
Und alle die es möchten, können den auch gerne für sie einfordern. Der Herr Ferdiny hat ja angeblich so offene Ohren und ist oft in seinem Geschäft anzutreffen.
Rechtlich gesehen haben sie keinen Anspruch auf Abfertigung oder den Lohnausgleich und leider sehen sie keine starke anarchistische Gewerkschaft oder Bewegung, die diese mal so locker einfordern könnten.
Zum offenen Brief des Herrn Ferdiny = team ciclopia, wollen wir folgendes sagen:
Die Supervision, von der Ferdiny = team ciclopia in dem Brief spricht, fand lange bevor die zwei eingestellt wurden statt, dass dabei sexistisches Sprüche klopfen Thema war, hat am Klima in der Firma nichts geändert.
Weder K. noch H. haben den Herrn Ferdiny angezeigt.
Weder H. noch K. wollen beschimpft, beleidigt oder lächerlich gemacht werden. Weder H. noch K. wollen beleidigende SMS oder mails bekommen, weder von Hernn Ferdiny, noch von seinen Bekannten/Beschäftigten.
Das sexuelle Orientierungen in der Werkstatt der ciclopia und für einige Verkäufer, keine Rolle spielen würden ist schlichtweg falsch.
Weghören ändert nichts an den Tatsachen!
Wenn es den Hernn Ferdiny angeblich besonders trifft, dass sein Laden mit Antisemitismus in Verbindung gebracht wird, warum beschäftigt er, wahrscheinlich auch als “Aushilfen”, dann jahre, bzw monatelang Mechaniker, die regelmässig antisemitische Äusserungen von sich geben, von denen er auch durch die Mechanikerin erfahren hat?
Vielleicht weil es ihm nicht um Politik geht, sondern darum, dass er die zwei Frauen, als unglaubwürdig diffamieren will, wo er die “Schwierigkeiten”, die er durch sie hatte, da sie auf solche und andere diskriminierende Bemerkungen direkt reagiert haben, schon für sich, mit deren Kündigung für aus der Welt geschafft sah? Weil er befürchtet, es gäbe noch solidarische KonsumetInnen, die auf Grund seiner Beschäftigungspolitik nicht weiter bei ihm einkaufen wollen?
fragt das Unterstützungskomitee für Mechanikerinnen